Nach Beobachtungen des Einzelhandelsspezialisten COMFORT ist die Nachfrage nach Ladenlokalen in 1A-Lagen im Jahr 2011 auf den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung gestiegen. Insbesondere die massive Nachfrage einer Vielzahl internationaler Retailer, die den deutschen Markt für sich erobern wollen, spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Seinen Ausdruck findet dies auch in steigenden Mieten.
Christine Kirscht für COMFORT
„Im Fokus der nationalen und internationalen Filialisten und auch vieler Investoren“, so Manfred A. Schalk, Geschäftsführer der COMFORT München GmbH und für die COMFORT-Gruppe bundesweit für die Koordination der Vermietung von Ladenlokalen zuständig, „steht eindeutig die europäische Konjunktur-Lokomotive Deutschland.“ Umso mehr, seitdem um Deutschland herum ganze Volkswirtschaften unter den Schuldenlasten zu kollabieren drohen. Besonders gefragt sind dabei die klassischen Einkaufslagen der deutschen Innenstädte, die auch von internationalen Filialisten als sicherer Fels in der Brandung betrachtet werden.
Mieten bundesweit mit Aufwärtstrend
„Nach einem zweijährigen Trend leichtester Rückgänge gewann in den von uns untersuchten 170 Städten die Spitzenmiete für kleinere Flächen in 2011 im Vergleich zu 2010 im Durchschnitt um gut ein Prozent (für größere Flächen beträgt das entsprechende Durchschnittsplus fast ein halbes Prozent) hinzu“, berichtet Schalk. Dieser Durchschnitt tauge freilich nur als statistischer Wert, der mit der Realität an den einzelnen Standorten wenig gemein habe. „Er wirft alles in einen Topf und kappt Spitzen sowohl nach oben als auch nach unten“, sagt Schalk. Und die gibt es durchaus. 47 der untersuchten 170 Städte weisen eine positive Entwicklung auf; bei 80 Städten blieben die Mieten unverändert und in 43 Städten gaben die Mieten nach. „Viel interessanter“, meint der Einzelhandelsspezialist, „sind daher eine differenzierte Betrachtung und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen.“
Metropolen und traditionell starke Groß- und Mittelstädte besonders im Aufwind
Dass die Spitzenmiete in den Top-Lagen der Metropolen München (+ 6,5 %), Berlin (+ 3,8 %), Frankfurt (+ 6,3 %), Hamburg (+ 5,3 %), Düsseldorf (+ 4,6 %) und Köln (+ 2,0 %) aber auch in Stuttgart (+ 2,1 %) oder Hannover (+ 2,8 %) weiter zugelegt hat, ist aus einer Vielzahl von bekannten Gründen einleuchtend. Ebenfalls nachvollziehbar ist die positive Mietentwicklung der nachfolgenden Städte im Top 25 Ranking. Wo die höchsten Mieten bezahlt werden, bieten sich dem filialisierten Einzelhandel im Umkehrschluss auch beste Umsatz- und Profitaussichten.
Aber auch eine Reihe von kleineren und mittleren Städten außerhalb der Top 25 legt (zum Teil sogar überproportional) zu: So beispielsweise Göttingen (+ 7,6 %), Jena (+ 10,0 %), Konstanz (+ 7,7 %), Krefeld (+ 4,17 %), Lörrach (+ 11,1 %), Lüneburg (+ 6,7 %), Offenburg (+ 20 %), Oldenburg (+ 11,1 %), Osnabrück (+ 5,6 %), Ravensburg (+ 7,1 %), Schwerin (14,3 %) oder Stralsund (12,5 %).
Entwickler nehmen verstärkt kleinere Städte ins Visier
Auch unter den Entwicklern von Shoppingcentern nimmt der Wettbewerb um geeignete Standorte nach COMFORT-Beobachtungen zu. Dies führt dazu, dass verstärkt kleinere Städte mit zum Teil unter 50.000 Einwohnern ins Visier geraten. Aktuelle Beispiele sind …
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