8. Juli 2009...14:28

CB Richard Ellis (CBRE): Markt für Einzelhandelsimmobilien in Deutschland weiterhin von Expansionen bestimmt

Die aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen führen nicht zu einer Verringerung der Expansionsaktivität auf den Märkten für Einzelhandelsimmobilien in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der erste Special Report zum Einzelhandelsmarkt Deutschland des Immobilienberatungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE).

Martina Rozok für CB Richard Ellis GmbH – 2009-07-08

Chart Vermietungen Deutschland. Quelle: CBRE

Chart Vermietungen Deutschland. Quelle: CBRE

Die gemeldeten Vermietungs- aktivitäten stiegen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 71 Prozent, insgesamt wurden 784 Vermietungs- transaktionen gezählt. Im ersten Halbjahr 2008 hatte die Anzahl der gemeldeten Neuanmietungen noch 459 betragen. Klares Ziel der Expansionen von nationalen und internationalen Einzelhändlern sind Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern.

In allen drei innerstädtischen Marktsegmenten sind die Meldungen über Neuvermietungen im Einzelhandelsbereich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen. Der überwiegende Teil von Neuanmietungen fand in den so genannten 1-A Lagen statt, aber auch in den Segmenten 1-B Lage und 2er-Lage wurden laut Medienauswertung mehr Einzelhandelsflächen vermietet. Der insgesamt große Anstieg bei den vermeldeten Vermietungsaktivitäten ist aber auf die Segmente Shopping Center und Stadtteillagen zurückzuführen. Insbesondere die Eröffnung vieler neuer Einkaufszentren dürfte diesen Anstieg erklären.

Berlin ist im ersten Halbjahr 2009 mit 75 gemeldeten Vermittlungen der aktivste Immobilienmarkt für den Einzelhandel in Deutschland und löst Hamburg als Spitzenreiter des entsprechenden Vorjahreszeitraums ab. Nach Berlin und Hamburg folgen Frankfurt am Main, München, Köln und Düsseldorf auf den weiteren Plätzen.

Karsten Burbac, Head of Retail bei CB Richard Ellis in Deutschland: „Für internationale Filialisten steht Deutschland nach wie vor im Fokus. Die führende Position Berlins hat zum einen mit der Größe der Stadt zu tun, zum anderen ist die Hauptstadt Berlin für internationale Einzelhändler ein populärer Einstiegsmarkt in Deutschland.“

Insgesamt war der Bereich Bekleidung mit einem Anteil von 14 Prozent der größte Nachfrager nach Einzelhandelsflächen. Es folgten die Segmente Gastronomie, Spiel und Sportausrüstung sowie das in einer separaten Gruppe zusammengefasste Young Fashion-Segment mit einem Anteil von jeweils sechs Prozent.

In Marktsegment Gastronomie sind in erster Linie die Systemgastronomen und darunter insbesondere die Betreiber von Coffee Shop-Konzepten die größten Nachfrager nach geeigneten Einzelhandelsimmobilien. Das Segment  Dienstleistungen, das in 2008 noch das zweitstärkste war, verminderte die Expansionsaktivität leicht. Dies ist insbesondere auf die zurückgehende Nachfrage nach Flächen der Mobilfunk-Filialisten zurückzuführen. Weniger Expansionsaktivität als im entsprechenden Vorjahreszeitraum wurde in den Segmenten Luxus und Buchhandel festgestellt.

„Die Zurückhaltung im Luxussegment ist auf das gegenwärtig schwache ökonomische Umfeld zurückzuführen, dies hat jedoch aller Voraussicht nach einen temporären Charakter. Hinter den Kulissen sind einige Anbieter weiterhin auf Standortsuche in Deutschland“, so Burbach weiter.

Besonders stark expandierten im ersten Halbjahr die Textildiscount-Kette NKD, der Textilhändler Charles Vögele, Ernsting’s Family sowie Biosupermärkte. Eine stabile Expansionsaktivität wurde für die Unternehmen REWE, C&A, H&M sowie Esprit verzeichnet.

Von den insgesamt 784 gemeldeten Vermietungen im ersten Halbjahr 2009 entfiel ein Anteil von 42 Prozent auf innerstädtische Lagen, 35 Prozent auf Shopping Center, 16 Prozent auf so genannte Stadtteillagen und nur acht Prozent auf Standorte außerhalb von Städten. Bei der Größe der Einzelhandelsflächen entfiel die Hauptnachfrage mit einem Anteil von 16 Prozent auf Geschäfte mit einer Größe zwischen 150 und 350 Quadratmeter. Besonders stark gestiegen war die Nachfrage im großflächigen Bereich. Der Anteil der gemeldeten Vermietungen von Verkaufsflächen mit einer Größe der Geschäfte von mehr als 3.000 Quadratmetern stieg von drei auf sieben Prozent an, was durch eine große Anzahl an Redevelopments, aber vor allem durch eine vermehrte Eröffnung von SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten zu begründen ist. Diese liegen vor allen außerhalb der klassischen Innenstadtlagen.