9. Oktober 2008...11:04

Klimaschutz kann Bauwirtschaft beflügeln – Sicherung und Schaffung von rund 200.000 Arbeitsplätzen denkbar

Deutschland: Die Herausforderungen des Klimawandels bieten für Bauwirtschaft und Baustoffindustrie in den nächsten Jahren große zusätzliche Marktchancen, mit erheblichem Potenzial für Wachstum und Beschäftigung. Dies ist zentrales Ergebnis einer aktuellen Studie von DB Research im Auftrag des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie (BDZ). Klimaschutz wird nach Überzeugung von Dipl.-Ing. Helmut Echterhoff, Vizepräsident des HDB, als „bauliche Zukunftsaufgabe alle Bausparten erfassen“.

Dr. Heiko Stiepelmann Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

Zugleich warnte Andreas Kern, Präsident des BDZ und Vizepräsident des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden davor, der Baustoffindustrie umweltpolitische Belastungen aufzuerlegen, die ihre Leistungsfähigkeit und ihre wirtschaftliche Existenz in Frage stellen. Insbesondere die auf EU-Ebene geplanten Verschärfungen des CO2-Emissionshandels werden „katastrophale Folgen“ für den Industriestandort Deutschland, speziell für die Grundstoffindustrie haben.

Eine solche Entwicklung würde die mit den Klimaschutzaufgaben verbundenen Zukunftschancen für die deutsche Bau- und Baustoffindustrie konterkarieren. Die DB Research-Untersuchung „Bauen als Klimaschutz“ schätzt das Volumen zusätzlicher Bauaufgaben in Deutschland auf bis zu 340 Mrd. Euro bis zum Jahr 2030. „Der Klimaschutz hat das Zeug dazu, zum Jobmotor in der deutschen Bauwirtschaft zu werden“, so Echterhoff. Jährlich könnten mehr als 220.000 Arbeitsplätze gesichert oder neu ge-schaffen werden, davon 120.000 im Baugewerbe. Diese Schätzung beruht auf einem „mittleren“ Szenario, wonach im Untersuchungszeitraum mit jährlich über 10 Mrd. Euro an klimaschutzinduzierten Bauinvestitionen zu rechnen ist.

Etwa die Hälfte aller Baumaßnahmen entfallen danach auf die Sanierung des Wohnungsbestandes. Nach Angaben der Experten ist das Baupotenzial der energetischen Sanierung im Nichtwohnungsbau, also bei Bürogebäuden, Schulen oder Industriebauten, zwar mit rund 50 Mrd. Euro weit geringer, dafür aber schneller umsetzbar. In den kommenden Jahren sind der Studie zufolge zudem umfangreiche Investitionen in den deutschen Kraftwerkspark notwendig, in einer Größenordnung von bis zu 80 Mrd. Euro. Um beim Kraftwerksbau schneller voran zu kommen, sollten „volkswirtschaftlich besonders bedeutsame Energieversorgungsprojekte im Rahmen vereinfachter Genehmigungsverfahren auf den Weg gebracht werden“, fordert Echterhoff.

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