- Fehler beim Bau hauptverantwortlich für vollgelaufene Keller
- Versicherungsschutz häufig hinfällig
Schwere Unwetter mit starken Regenfällen haben in diesem Frühjahr und Sommer bereits wiederholt zu Katastrophenalarm geführt. Auch bei den jüngsten Unwettern, die sich durch Deutschland zogen, waren überflutete Straßen und vollgelaufene Keller eine häufige Folge. Allerdings sind die Regenfälle lediglich der Auslöser der Schäden – ihre Ursache ist bereits in der Bauphase zu finden. Denn Fehler und Versäumnisse beim Bau des Hauses begünstigen eintretendes Wasser und können das Mauerwerk langfristig schädigen. Um das zu verhindern, müssen die Ursachen beseitigt werden.
„Häufig sind falsche oder fehlende Rückstauklappen dafür verantwortlich, dass Wasser durch die Kanalisation ins Haus zurückfließt“, sagt Manfred Hoffmann, Teamleiter der Abteilung Schadengutachten bei der DEKRA Real Estate Expertise GmbH (DEKRA REE). Rückstauklappen schließen sich automatisch, wenn Abwasser aus der Kanalisation zurückstaut, wie es etwa bei starken Regenfällen der Fall ist. „Allerdings wurde besonders bei älteren Gebäuden häufig auf den Einbau von Rückstauklappen verzichtet. Bei derart heftigen Regenfällen sind vollgelaufene Keller dann nahezu unvermeidlich.“
Wurde jedoch beim Bau eine Klappe eingebaut, die nicht dem vom Deutschen Institut für Normung (DIN) festgelegten Anwendungsbereich entspricht, und der Keller steht plötzlich unter Wasser, ist das für den Hausbesitzer genauso ärgerlich: „Versicherungen übernehmen den Schaden nur dann, wenn die korrekte Klappe eingebaut wurde. Der Hausbesitzer muss also nicht nur den Keller trockenlegen, sondern auch für die entstandenen Kosten selber aufkommen“, so der Experte. Hauptursachen für falsche Klappen sind schlechte Planung und unzureichende Absprachen zwischen Planern und ausführenden Handwerkern.
Fehlende oder falsche Rückstauklappen können in der Regel ohne größere bauliche Maßnahmen nachträglich eingebaut beziehungsweise ausgetauscht werden. Die Kosten hierfür liegen etwa im drei- bis vierstelligen Bereich. „Die Investition lohnt sich aber, denn die Kosten für das Trockenlegen des Kellers sowie für die Schäden an Gemäuer und den gelagerten Gegenständen sind meist höher“, so Hoffmann.
Besonders kostenintensiv wird die Mängelbeseitigung, wenn Wasser durch eine fehlerhafte Kellerabdichtung eintritt. „Es kommt immer wieder vor, dass während der Bauphase Materialien ungenau verarbeitet oder beschädigt werden, beispielsweise durch grobe Steine, die die Abdichtung perforieren. So kann Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringen und das Gebäude dauerhaft schädigen“, erläutert der Experte. „Um diese Schäden zu beseitigen, muss meist die komplette Baugrube geöffnet werden, da nur so die undichte Stelle gefunden werden kann. Dafür ist allerdings ein hoher Arbeits- und Kostenaufwand unvermeidlich.“























